Die Macht der Gewohnheit hat die Deutschen bei Geldanlagen fest im Griff, anders ist die immer noch beliebte Anlage des Sparbuchs nicht zu erklären. Es enttäuscht jedoch nicht nur bei den Zinsen gegenüber dem Tagesgeld, auch viele andere Funktionen wie etwa die Kündigungsfrist sind nachteilig.
Warum wird das Sparbuch gewählt?
Wahrscheinlich halten es viele Anleger für sicherer, das ist jedoch im Vergleich mit dem Tagesgeld ein Irrtum. Tagesgeld ist per Gesetz bis 100.000 Euro vor der Insolvenz des Anbieters geschützt, darüber hinaus ist das Geld bei vielen Banken über den Banken übergreifenden Einlagensicherungsfonds in weitaus höheren Regionen abgesichert – in einigen Fällen bis in den Milliardenbereich. Aus Gründen der Sicherheit muss also niemand ein Sparbuch wählen.
Der Renditevergleich
Die Zinsen sind bei den meisten Sparbuchanlagen sehr niedrig, oftmals liegen sie deutlich unter einem Prozent. Einige Anbieter haben allerdings aufgeholt, so gibt es im November 2011 zwei Anbieter mit über 2 Prozent und immerhin vier weitere Anbieter mit über 1 Prozent Zinsen aufs Sparbuch. Dennoch liegen Tagesgelder durchweg höher, 1 Prozent ist die Untergrenze, beste Angebote bewegen sich ab 2,7 Prozent über 3 Prozent bis sogar 4,5 Prozent (in einem Fall als Bonus bei Depotübertragung). Zum Renditevergleich gehört noch ein weiterer Aspekt: Tagesgeldzinsen werden in vielen Fällen vierteljährlich, manchmal sogar monatlich gutgeschrieben. Hier profitiert der Anleger vom Zinseszinseffekt. Beim Sparbuch werden Zinsen grundsätzlich nur jährlich berechnet. Auch eine Mindestanlage ist beim Tagesgeld nicht erforderlich, die Zinsen gelten ab dem ersten Euro. Allerdings werden Tagesgeldzinsen oft nur für einen bestimmten Zeitraum gewährt, meist über 6 bis 12 Monate. Doch auch hier gibt es inzwischen Anbieter mit hohen Zinssätzen (2,7 Prozent), die bis auf Weiteres gelten.
Verfügbarkeit und Kündigung
Über Tagesgeld kann täglich verfügt werden. Jedes Sparbuch ist an die Kündigungsfrist von drei Monaten gebunden. Lediglich über 2.000 Euro pro Monat kann bei einigen Anbietern (nicht bei allen) verfügt werden. Lediglich bei den Gebühren unterscheiden sich die beiden Anlageformen nicht, Tagesgeldkonten sind prinzipiell, Sparbücher fast durchweg gebührenfrei. Allerdings gibt es sogar hier Ausnahmen: Im Jahr 2008 führte die Postbank Monatsgebühren von einem Euro für Sparbuchinhaber ein, die weniger als 60 Euro geparkt hatten. Damit ist das Geld dann irgendwann weg.
Foto: © Justyna Korolko
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